Home >> Länder >> Work and Travel in Europa >> Work and Travel in Italien
Work and Travel in Italien

Work and Travel in Italien

Italien galt in der Zeit der Romanik als das ultimative Zielland. Man stellte sich vor, dort fließe Milch und Honig, das Klima sei stets mild, der Tag erfüllt von süßem Nichtstun und dolce vita. Auch heute noch haftet dieses Image dem Land jenseits der Alpen an. Zwischen Pizza, Pasta und Sonnenschein stellt man sich das Leben einfach leichter vor. Deswegen zieht es viele auch zum Work and Travel nach Süden. Wirtschaftlich durchlebt Italien allerdings gerade schwierige Zeiten. Wer also auf Jobsuche ist, sollte im wirtschaftsstarken Norden bleiben oder sich auf die Großstädte konzentrieren, wo in der Gastronomie, Hotellerie und Freizeitindustrie Arbeit zu finden ist. Südlich von Rom allerdings werden auch in diesen Bereichen die Jobs rar.

Arbeiten in Italien – die wichtigsten Fakten

Da die meisten Jobs sich rund um den Tourismus finden, kommt man auch über die Runden, wenn die Sprachkenntnisse noch nicht perfekt sind, denn die Kunden, mit denen man zu tun hat, sind meist auch Ausländer. Zumindest gefestigte Grundkenntnisse auf Niveau B1 (Europäischer Referenzrahmen) sind aber trotzdem empfehlenswert, um sich in der italienischen Bürokratie zurechtzufinden, mit der man sich notgedrungen auseinandersetzen muss. Die Löhne sind fast durchwegs niedriger als in Deutschland, Trinkgeld in der Gastronomie kann je nach Kundenstamm höher oder niedriger ausfallen und kann so manches Grundgehalt etwas aufbessern. Entgegen der landläufigen Erwartung sind die Lebenshaltungskosten in Italien keineswegs niedriger als in Deutschland. Die Miete ist vergleichbar, Energiekosten für Heizung und Sprit etwas höher und Lebensmittel, vor allem frische, sind deutlich über dem deutschen Preisniveau.

Mit einer gesetzlichen Krankenversicherung ist man dank Abkommen zwischen deutschen Versicherungen und italienischen Partnern grundversichert. Das bedeutet, dass medizinisch notwendige Behandlungen von der Versicherung übernommen werden, also in Notfällen die Behandlung gedeckt ist. Der Abschluss von Zusatzversicherungen ist optional und meist unkompliziert und einigermaßen bezahlbar über die deutsche Versicherung zu erledigen. In Italien kann man sich als Bürger der Europäischen Union visumsfrei in Italien aufhalten und dort arbeiten. Es ist aber nötig, einen Codice Fiscale, also eine Steuernummer, und eine Partita Iva, also eine Mehrwertsteuernummer, zu beantragen. Ersteres braucht man schon, wenn man eine Unterkunft mieten möchte, und ist relativ unkompliziert, Letzteres dann, wenn man ein Arbeitsverhältnis eingeht. Wie der Antrag zu stellen ist, ist auf den Homepages des zuständigen Einwohnermeldeamtes erklärt.

Au-pair, Freiwilligenarbeit und Sprachkurs

Da die italienischen Löhne ohnehin nicht gerade geeignet sind, um dort reich zu werden, entscheiden sich viele währen der Work and Travel Erfahrung in Italien für eine unbezahlte Arbeit. Ein beliebtes Konzept vor allem für jüngere Mädchen ist Au-pair. Man lebt in einer italienischen Familie, hilft im Haushalt und bei der Betreuung der Kinder und erhält dafür kostenlose Unterkunft und Verpflegung, manchmal ein kleines Taschengeld. Eine spezielle Variation davon ist „Home Teaching“. Bei diesem Konzept übernimmt man die Rolle eines Nachhilfelehrers, meist für Deutschunterricht. Da vor allem in Norditalien der Anteil der deutschsprachigen Bevölkerung hoch ist, findet man dort die meisten stellen als Home Teacher. Dank der wirtschaftlichen Anreize, in Deutschland zu leben und zu arbeiten, findet das Konzept aber auch weiter im Süden immer mehr Freunde. Bei der Suche helfen am besten Agenturen, sie prüfen auch die Familien und verhandeln die Rahmenbedingungen eines solchen Aufenthalts, damit die Konditionen fair bleiben. Auch können Agenturen bei Problemen vermitteln, etwa wenn man während des Aufenthalts seine Familie wechseln möchte. Vor allem männliche Traveller verdingen sich dagegen oft in Bergbauernhöfen oder Bauprojekten. Auch hier gilt häufig der Tausch Arbeitsleistung gegen Kost und Logis und die Unterstützung einer Organisation ist gleichermaßen zu empfehlen, denn so können von einer dritten Partei gerechte Bedingungen ausgehandelt werden.

Empfehlenswert sind auch Sprachschulen. Dort kombiniert man Sprachenlernen mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten. In der Regel erhält man durch die Anbieter Unterstützung bei der Unterkunftssuche und es gibt meist ein schönes Rahmenprogramm mit Ausflügen, Abendprogramm und Feiern. Sprachschulen sind natürlich mit Kosten verbunden und daher die richtige Option für Leute, die nicht lange Zeit haben, sondern nur wenige Wochen in Italien verbringen wollen und deswegen keine Zeit mit Planung verlieren wollen.

Praktika in Italien

Praktikumsstellen sind wegen der schlechten Wirtschaftslage eher rar. Da ein Praktikant auch immer einen Betreuer im Betrieb braucht, nehmen sich im Moment die wenigsten Unternehmen die Zeit, einen Praktikanten einzustellen. Am ehesten erfolgreich ist man bei deutschen Firmen mit Standorten in Italien, Organisation, Auswahl und manchmal auch Betreuung laufen dann in der Regel über Deutschland, ebenso wie die Bezahlung, was sich wiederum positiv zu buche schlägt. Diese Stellen findet man über Vermittleragenturen, aber auch gut in Eigenregie über die gängigen Stellenportale oder auf den Homepages der Firmen selbst.

Weitere Infos zu Work & Travel: