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Work and Travel Schweden

Work and Travel Schweden

Work & Travel ist ein feststehender Begriff und unter jungen Erwachsenen bekannt. Er steht für eine Form des Reisens, die sich von dem gängigen Urlaub durch ihre Finanzierung unterscheidet. Während für einen Urlaub üblicherweise das Reisebudget vorher angespart worden ist, bezieht sich das Vorwärtssparen bei Work & Travel nur auf die Reisekosten, also auf den Teilbereich Travel. Die Aufenthaltskosten während der Reise werden durch ein Jobhopping, sprich durch Arbeit beziehungsweise Work, sukzessive hinzuverdient. Das ermöglicht auch ein Reisen ohne allzu viel Erspartes. Zum Work & Travel gehören Mut, Selbstbewusstsein, Unternehmungslust und eine natürliche Neugierde auf Unbekanntes. Um Land und Leute kennenzulernen, sollte der/die Betroffene kommunikativ, tolerant, weltoffen sein und die Landessprache oder zumindest die gängige Umgangssprache in Wort und Schrift beherrschen. Work & Travel ist eine willkommene mehrmonatige Auszeit vom heimischen Studien- oder Berufsalltag.

Wenngleich sich Work & Travel überall anders gestaltet, so gelten doch einige Grundsätze weltweit in jedem Land, also auch in Schweden. Das skandinavische Land ist flächenmäßig so groß wie die Bundesrepublik zuzüglich nochmals der Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Mit knapp zehn Millionen Einwohnern ist Schweden sehr dünn besiedelt; rund zwei Dutzend Einwohner teilen sich einen Quadratkilometer auf. Das Land ist in einundzwanzig Provinzen gegliedert. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung lebt in den vier Großstädten Stockholm, Göteborg, Malmö und Uppsala. Ein Work & Travel-Aufenthalt wird sich in erster Linie auf diese Großstädte, oder auf namentlich bekannte klenere Städte wie Helsingborg, Lund, Umeå, Visby oder Falkenberg konzentrieren. Die jungen Erwachsenen im Alter zwischen etwa achtzehn und dreißig Jahren entscheiden sich bei ihrem Aufenthalt in Schweden meistens für

  • Job beziehungsweise Praktikum in Handel und Industrie
  • Freiwilligenarbeit im gemeinnützigen Bereich
  • Au-Pair im Privathaushalt

Für den Aufenthalt in Schweden sind Personalausweis oder Reisepass ausreichend. Schweden ist ein EU-Mitgliedsland mit der eigenen Landeswährung Schwedische Kronen, kurz SEK. Ein Praktikum zu absolvieren ist in Schweden nicht so alltäglich und gefragt wie in Deutschland. Sowohl für Job als auch Praktikum bietet sich ein Work & Travel in den größeren oder Großstädten an. Die Suche sollte vor der Abreise nach Skandinavien abgeschlossen sein. Hilfreich sind dabei Kontakte zur Schwedischen Botschaft in Berlin oder zu den bundesweit verteilten schwedischen Konsulaten. Umgekehrt können die Deutsche Handelskammer sowie örtliche Industrie- und Handelskammern mit Kontakten nach Schweden eine große Hilfe sein, um Job oder Praktikum vermittelt zu bekommen. Praktika werden auch in Schweden nicht oder nur ganz geringfügig vergütet. Wenn das Work & Travel-Reisebudget sehr knapp bemessen ist, dann führt kein Weg an einem oder mehreren Jobs vorbei. Hier muss der Reisende selbst definieren, was er unter Job versteht. Das kann beispielsweise eine befristete Arbeit bei dem Automobilhersteller Volvo in Göteborg sein, aber auch ein Jobhopping, bei dem er sich vor Ort weiterreichen lässt. Sich um Job oder Praktikum in Schweden zu bemühen ist mit einem Bewerbungsverfahren für eine Anstellung vergleichbar. Sofern die schwedische Sprache nicht erlernt worden ist, muss in Deutsch oder in gutem Englisch korrespondiert und kommuniziert werden. Einen befristeten Job zu bekommen ist aufwändig, aber nicht unmöglich. Dabei ist der erste Einstieg am schwierigsten. Das Praktikum muss für den Praktikanten einen beruflichen, schulischen und auch privaten Mehrwert haben, zumal es nicht vergütet wird. Der Work & Travel-Reisende sollte sorgfältig abwägen, welchen Vorteil er unterm Strich davon tatsächlich hat.

Wie anderswo auch wird in Schweden die Freiwilligenarbeit sehr geschätzt und gewertet. Hier sind die interessanten Angebote in den Großstädten und Ballungsgebieten im Süden des Landes zu finden. Der Reisende hat auch für eine Freiwilligenarbeit die beiden Möglichkeiten, sich vermitteln zu lassen oder selbst aktiv zu werden. Das Spektrum für derartige Tätigkeiten ist in Schweden ebenso groß wie vielseitig. Es reicht von der Mitarbeit im pflegerischen Stationsdienst von Krankenhäusern und Heimen bis hin zu Projekten für Umwelt- und Naturschutz im unbewohnten Norden des Landes. Der Work & Travel-Reisende sollte frühzeitig sein Interessensgebiet definieren.
Eine Möglichkeit bietet der Europäische Freiwilligendienst, der EFD. Die Projekte umfassen einen Zeitraum von einigen Wochen bis zu neun oder zehn Monate. Der EFD ermöglicht es den Jugendlichen und Heranwachsenden, sich während eines Reiseaufenthaltes im Ausland für gemeinnützige Projekte zu engagieren. Der Alltag wird mit den Einheimischen geteilt, die oftmals eine private Unterkunft anbieten. Der EFD ist eine ideale Gelegenheit, um die schwedische Kultur sowie Land und Leute ganz nahe kennenzulernen. Ein EFD-Platz wird von gemeinnützigen Entsendeorganisation im Heimatland vermittelt. Zu ihnen gehören

  • der Evangelische Freiwilligendienst für junge Menschen
  • das Deutsches Rotes Kreuz
  • der Verein für internationalen und interkulturellen Austausch VIA
  • der Freiwilligenaustausch weltweit ICJA
  • die Youth Action for Peace
  • der Internationale Jugendgemeinschaftsdienst IJGD

Die Teilnahme am EFD ist kostenlos. Alle Ausgaben werden ersetzt, und zusätzlich wird noch ein Taschengeld gezahlt. Diese Form der Freiwilligenarbeit in Schweden muss ein bis zwei Jahre lang vorbereitet werden. Die verfügbaren Plätze sind begrenzt. Eine Teilnahme daran wird zu einem bleibenden Erlebnis und bereichert den Lebenslauf.

Work & Travel als Au-Pair in Schweden ist zwingend mit der Teilnahme an einem Sprachkurs verbunden. Das Mindestalter für die in der Regel weiblichen Au-Pairs beträgt achtzehn Jahre, und zumindest Grundkenntnisse in der Landessprache müssen nachgewiesen werden können. Mit der Gastfamilie sollte vor der Abreise nach Schweden ein rechtsgültiger Vertrag abgeschlossen sein. Der Aufenthalt für Au-Pairs ist auf zwölf Monate begrenzt. Arbeitszeit und Schulzeit sollen zusammen die Wochenzeit von vierzig Stunden nicht übersteigen. Um genügend Zeit zum Lernen zu haben, wird von einer werktäglichen Arbeitszeit als Au-Pair von etwa fünf Stunden ausgegangen. Spätestens bei der Beantragung einer Arbeitserlaubnis als Au-Pair muss der Nachweis über die Sprachkursanmeldung beigebracht werden. Sprachkurse werden von den Volkshochschulen am Ort oder von der Gemeinde angeboten. Ergänzend zu freier Kost und Logie erhält die Au-Pair ein monatliches Taschengeld von knapp vierhundert Euro in der Landeswährung SEK ausbezahlt. Ein Anspruch auf Urlaub besteht nicht, kann aber individuell vereinbart werden. Üblich ist ein freier Tag je Woche, der einmal monatlich ein Sonntag sein sollte.

Weitere Formalitäten wir Krankenversicherung, private Unfall– oder private Haftpflichtversicherung müssen ebenfalls geklärt sein, wenn die Reise mit dem Flugzeug oder mit der Fähre nach Schweden beginnt. Für Au-Pairs ist ihr Fulltimejob mit Sprachkurs und Arbeit im Familienkreis ein gelungener Mix, um sich in Schweden einzuleben. Oftmals ist das der Einstieg für einen dauerhaften Aufenthalt mit Job und gesichertem Arbeitseinkommen in Schweden.

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